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Eigentlich wollte ich dieses Rezept „Ode-an-die-Zucchini“ nennen, denn mal ehrlich: Die Zucchini ist schon ein echt geniales Multi-Talent unter den Gemüsesorten! Es gibt einfach unsagbar viele herzhafte und süße Rezepte, die sich damit zubereiten lassen und auch wenn sie mir bei der Frage nach meinem Lieblingsgemüse selten in den Sinn kommt, hat sie doch einen ganz festen Platz in meinem kulinarischen Genießer-Herz! An Zucchini habe ich einfach auch die schönsten Kindheitserinnerungen! Allein wenn ich daran zurückdenke, wie in unserem Gemüsegarten jeden Sommer aus Neue die riesigen strahlend gelben Zucchiniblüten aufgeblüht sind und sich dann ganz langsam die länglichen Zucchini geformt haben. Das ist einfach der Inbegriff von Sommer und Genuss für mich! Nicht selten haben wir ein paar Zucchini im Garten übersehen und dann nicht schlecht gestaunt, als wir plötzlich kiloschwere Riesendinger ernten konnten! Das schrie dann immer ganz laut nach einem meiner absoluten Lieblings-Sommerrezepte : Zucchini-Cordon-Bleu! Hat das meine Mama erfunden, oder gibt es das wirklich? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, aber ich kann euch sagen, das ist unsagbar lecker! Das ist kein besonders gesundes oder pflanzliches Rezept und es gibt nicht wirklich gesundheitliche Pluspunkte für dieses Rezept. Außer vielleicht einen mitunter wichtigsten Punkt: Das war einfach ein Lieblingsessen, das mich jedes Mal wieder rundum glücklich gemacht hat und welches ich einfach aus vollem Herzen genossen hab! Kurzum gesagt, sind das übrigens einfach zwei große Zucchinischeiben, die mit Käse und meistens auch Schinken gefüllt werden. Dann wird alles klassisch paniert und ausgebacken. Ganz frisch und heiß mit ein bisschen Ketchup hat das mein Kinderherz jedes Mal höher schlagen lassen! Aber auch die vielen Tage, an denen mein Papa den Grill angeworfen hat und wir gefühlt tonnenweise die gegrillten leckeren Zucchini aus dem Garten nur mit Olivenöl und etwas Salz gewürzt verschlungen haben, werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Und hoffentlich wird es noch ganz ganz viele dieser Tage geben!

Der Klassiker meiner Kindheit war natürlich auch Zucchinikuchen! Ich war ehrlich gesagt nie ein Kind, das kein Gemüse mochte und so überrascht es eigentlich nicht, dass Zucchini-und auch Karottenkuchen meine absoluten Lieblingskuchen waren! Naja zumindest waren sie ganz vorn dabei, denn ich war eindeutig eine große kleine Naschkatze! Aber es sagt schon viel über meine Liebe zu Gemüse im Kuchen, wenn ich euch erzähle, dass ich mir mit vier Jahren im Kindergarten einen Karottenkuchen zum Geburtstag gewünscht habe – True Story!

Vor etwas zwei Jahren habe ich mich einmal selbst an einem Zucchinikuchen probiert und was soll ich sagen? Es ist furchtbar schief gegangen und mir ist die Lust daran fürs Erste mal gründlich vergangen! Mittlerweile weiß ich, was ich falsch gemacht habe. Ich wollte ihn einfach zu krass gesund backen. Kein Öl, kein Zucker, nichts von dem, was eigentlich doch so richtig Geschmack gibt! Naja das war die erste Zeit auf dem Weg aus meiner Essstörung und da war vieles einfach noch ein Lernprozess. Warum erzähle ich euch das? Weil ich heute verstanden habe, dass gesund und lecker kein Widerspruch sein müssen. Dass es nicht immer nur ganz oder gar nicht sein muss und gerade auf dem Mittelweg die schönsten und vor allem auch leckersten Kreationen entstehen können! Letztendlich soll essen neben seiner wunderbaren Eigenschaft, dass es uns am Leben hält, doch vor allem auch Genuss und Freude sein!

Dieser Kuchen ist zum Beispiel bis auf Vanillezucker nur mit Datteln gesüßt. Nicht, weil ich denke, dass Zucker schlecht ist. Einfach weil man ihn manchmal auch so einfach ersetzen kann und Dattelpaste mit das Vielseitigste und Leckerste Süßungsmittel für mich ist! Vanillezucker verwende ich bei süßen Rezepten total gerne, weil es so praktisch ist und ich das feine Vanille-Aroma total liebe. Ihr könnt ihn aber auch gerne durch etwas Vanillemark ersetzen, oder nach Belieben auch ganz weglassen.

Ich habe den Kuchen wieder einmal mit hellem Dinkelmehl gebacken. Dieses Rezept lässt sich aber auch wunderbar mit Vollkornmehl zubereiten! Durch die Zucchini und die Eier (oder nach Belieben auch Ei-Ersatz) wird der Kuchen auch mit der etwas schwereren Vollkorn-Variante super fluffig und auch das nussige Aroma passt perfekt dazu! Ihr könnt auch gerne einen Teil des Mehls durch geriebene Haselnüsse ersetzen. Das harmoniert wunderbar mit der Zucchini, den Datteln und der Schokolade!

Ich mische bei meinen süßen Rezepten sehr gerne Mehl mit Haferflocken. Das passt oft richtig gut und ich mag die kernige Konsistenz der Haferflocken total gern, die den Kuchen oder Keksen dann noch etwas mehr Struktur geben! Am liebsten verwende ich dabei feine Haferflocken. Ihr könnt auch kernige Haferflocken nehmen, allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass diese sich oft nicht so gut mit den übrigen Zutaten verbinden und auch die Flüssigkeit weniger rasch aufnehmen. Empfehlen kann ich euch daher, den Teig vor dem Backen etwas ruhen zu lassen, damit die kernigen Haferflocken auch die Flüssigkeit gut aufnehmen können und danach nicht so trocken sind. Auch ein Schuss mehr Sojamilch wäre dann sicher eine gute Idee!

Im Teig sind außerdem Eier enthalten. Diese könnt ihr aber nach Belieben ganz einfach gegen 2 Esslöffel Apfelmark oder zwei Leinsamen-Eier ersetzen. Natürlich funktionieren auch Chiasamen, Flohsamenschalen oder eine zerdrückte Banane wunderbar. Bei der Banane solltet ihr aber im Hinterkopf behalten, dass diese doch auch einen starken Eigengeschmack hat. Das könnte dann eher ein Bananen-Zucchini-Kuchen werden – eigentlich aber auch eine geniale Kombi!

Bei der Schokolade habe ich mich für Zartbitter-Kuvertüre entschieden. Ihr könnt aber jede beliebige Sorte verwenden, die euch gut schmeckt. Zusätzlich könnt ihr auch noch einige gehackte Nüsse und gerne auch Datteln unter den Teig mischen. Ich mag solche leckeren Stücke im Teig immer total gerne!

Abschließend habe ich den Kuchen mit zusätzlicher geschmolzener Zartbitter-Kuvertüre glasiert und mit gehackten Mandeln bestreut. Nach Belieben könnt ihr ihn auch mit etwas Zitronen-Zuckerguss oder auch einem (pflanzlichen) Frischkäse-Topping verfeinern. Natürlich schmeckt er auch ganz ohne Schnick-Schnack oben drauf, aber ich finde, eine Glasur gibt dem Kuchen noch das gewisse etwas!

Nun ist dieses Rezept natürlich ein Kompliment an die Zucchini, aber trotzdem soll gesagt sein, dass ihr die geraspelte Zucchini auch gerne durch Karotten, Kürbis oder auch rote Rüben ersetzen könnt! Gemüse im Kuchen ist bei so vielen Leuten noch weit unterschätzt und ich kann euch nur motivieren, das unbedingt öfter mal auszuprobieren! Einfach weils lecker ist!

Lasst es euch schmecken und ganz viel Spaß beim Ausprobieren und Genießen!

Zucchini-Dattel-Kuchen mit Schokostückchen

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Vorbereitungszeit 15 Min.
Zubereitungszeit 40 Min.
Portionen 1 Kastenbackform
Autor Marlene Forstinger

Zutaten

  • 160 g Dinkelmehl, hell
  • 80 g Haferflocken, fein
  • 1/2 Pgk. Backpulver
  • 1 Pkg. Vanillezucker
  • 200 g Zucchini
  • 2 Eier, klein
  • 160 g Datteln, entsteint
  • 50 g Butter, vegan
  • 80 ml Sojadrink
  • 100 g Schokolade + etwas mehr zum Glasieren

Anleitungen

  • Den Sojadrink erhitzen, die Datteln etwa 10 Minuten darin einweichen und anschließend zusammen fein pürieren.
  • Mehl, Haferflocken, Backpulver und Vanillezucker in einer Schüssel vermischen.
  • Die Butter schmelzen und die Zucchini fein raspeln.
  • Die Dattelpaste mit der geschmolzenen Butter, der geraspelten Zucchini und den Eiern zu den trockenen Zutaten geben und alles gut vermischen.
  • Die Schokolade hacken und unter den Teig mischen. Den Teig anschließend in eine beschichtete oder eingefettete Kastenbackform füllen, glatt streichen und bei 175°C Ober- und Unterhitze 35-40 Minuten backen. Am besten mit einem Holzspieß kontrollieren, ob der Kuchen fertig ist. Dazu einfach mit einem Holzspieß in den Teig stechen – wenn kein Teig mehr kleben bleibt, ist der Kuchen fertig.
  • Den Kuchen nach Belieben mit geschmolzener Schokolade glasieren und vor dem Anschneiden vollständig abkühlen lassen.

Notizen

Wenn ihr das Rezept gerne rein pflanzlich Nachbacken wollt, könnt ihr gerne die Eier gegen 2 EL Apfelmark oder zwei Leinsamen-Eier ersetzen. Natürlich könnt ihr auch Chiasamen oder Flohsamenschalen verwenden. Dazu einfach je 2 TL mit etwas Sojadrink mischen, quellen lassen und bei Schritt 4 mit den trockenen Zutaten vermischen. 
Das Dinkelmehl könnt ihr auch gerne durch Vollkornmehl ersetzen. Besonders lecker schmeckt der Kuchen auch, wenn ihr einen Teil des Mehls mit gemahlenen Haselnüssen ersetzt. Das nussige Aroma passt wunderbar zu der Zucchini!
Der Kuchen ist sehr saftig und vor allem frisch aus dem Ofen kann es leicht passieren, dass der Kuchen sich nicht so schön anschneiden lässt. Ich empfehle euch daher, den Kuchen vor dem Anschnitt vollständig abkühlen zu lassen.
Ich glasiere den Kuchen besonders gerne mit geschmolzener Schokolade und bestreue ihn dann noch mit einigen gehackten Nüssen. Aber auch Zitronen-Zuckerglasur oder ein Frischkäse-Topping schmecken sehr lecker!
Probiert das Rezept auch gerne mit anderen Gemüsesorten aus. Besonders Karotten, rote Rüben oder Kürbis eignen sich toll und schmecken ganz individuell und sehr lecker! Je nach Jahreszeit kann man sich da quer durch das Gemüsebeet schlemmen!